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| Das Bild, das die Plastik entwirft, lässt sich schwer auf einen Nenner bringen. Die Motive wechseln von realistischer Empfindung, surrealistischer Erinnerung, expressionisti-schen Phantasien und naturalistischer Verklärung. Es ist beileibe Wucherung, vielmehr ein Stilleben, das erwacht, ein spielerischer Umgang mit der Materie, die liebevoll und mit viel Gespür verformt wird. Alles in allem: ein unermesslicher Reichtum künstlerischen Schaffens, ohne Ziel, aber mit grenzenloser Menschenliebe und der Hoffnung, Der Umwelt dadurch zu dienen, indem sie durch die Betrachtung zur inneren Ruhe und Zufriedenheit findet. |
![]() "Die Erfüllung mit Lebensbaum" |
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![]() "Der Kuss (vollrund)" |
Wie das bildhauerische Werk so sein Schöpfer: Carl Moroder, ein Grödner, wie man so schön sagt, ein direkter Nachkomme des seit langem schon legendenumwobenen Lusenbergers, aus dem Geschlecht der Moroder also, liebt die Menschen und die Welt. Er ist zurückhaltend, leicht verträumt, sich aber stets bewusst, was er tut und was es zu tun gibt. Er ist direkt in die Kunst, in dieses Genre hineingewachsen. Schon Kindheit und Jugend verbrachte er inmitten der Bildhauerei: Fünf Onkel gehen diesem Beruf nach. So war es geradezu selbstverständlich, dass er bei einem die Schnitzarbeit erlernte, dass er die Kunstschule besuchte, dass er sich weiter bildete und dass er eines Tages den Entschluss, der Tradition ade zu sagen, fasste und seinen eigenen Weg einschlug. Das war vor fünf Jahren. Nicht dass er der klassischen Grödner Schnitzkunst, dieser Übersteigerung der klassischen Motive und Technik, nichts mehr abgewinnen konnte, nein: Es war die Lust, den eigenen Gefühlen freien Lauf zu lassen und einen neuen Stil zu entwickeln, den er seinen eigenen nennen darf und an dem ihn jeder Betrachter sofort erkennt. Carl Moroder weiß, dass niemand auf der Welt etwas völlig Neues schaffen kann. Bewusst oder unbewusst wird jeder täglich beeinflusst. Deswegen ist in jedem Werk, auch in jedem geschriebenen, ein Teil eklektisch geprägt. |
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| Der andere Teil aber, wenn Begabung, Intelligenz und der Arbeitseifer gut harmonieren, kann eigenwillig und selbständig sein. Und diesen anderen Teil hat Carl Moroder erreicht, wenn er auch weiterhin in Bewegung bleibt. Was stillsteht, lähmt und wird gar bald überholt. Und so nebenbei machte der Künstler mit dem verträumten Blick den Pilotenschein für Segelflieger. Das Schweben in der Luft ohne festen Boden unter sich, vom Morgenwind bewegt, dahintreibend in eine scheinbar unendliche |
![]() "Trilogie (oval)" |
| Welt ohne Wiederkehr, gibt ihm das Gefühl der unbegrenzten Freiheit, sich in einer anderen Dimension zu befinden. Über den Bergen der Dolomiten dahinzuschweben, selbst als Pilot, selbst bestimmen zu können, wohin die Route führt, da subjektivviert Moroder das Objekt. Das Risiko sucht Moroder auch in der Kunst: Er scheut keine neuen Wege, wenn er auch nicht wieß, wohin sie führen. Er empfindet es als kleine Niederlage, wenn das Werk nicht gelingt: Deprimierende Stimmungen motivieren die Herausforderungen. Das Werk ist dann gelungen, wenn in Form und Farbe die Perfektion der Harmonie entstehet und im Betrachter ein nicht zu beschreibendes inneres Gefühl erweckt. Dann kommuniziert die Figur mit ihm. Carl Moroder sucht keine Polemik. Nach seiner Überzeugung schadet sie der künstlerischen Intuition. An ihre Stelle setzt er die Ästhetik, jene Schönheit, die sich selbst genügt; Schönheit im und für das Leben. Was bringt es, fragt Moroder, wenn Menschen ihre Wohnzimmer mit teuren Bildern ausschmücken, nur um zu zeigen, was sie besitzen? Bilder und Skulpturen repräsentieren Seele und Geist ihrs Besitzers: eine Ästhetik ohne Eitelkeit. |
![]() "Spiegel - Der Lebensbaum" |
Und wer hat Carl Moroder beeinflusst? Ungehalten gesteht der junge Grödner: Es waren Klimt und der Jugendstil. Klimt dieser risikofreudige Künstler mit Hang und Drang, aller Tradition abzuschwören, der die Sezession mitbegründete, in jenem Wien, das im Glanz des Aufbruchs stand: baufreudig, großzügig und verliebt in sich selbst - Klimt profitierte davon. Zunächst sollte alles klassisch sein, um des Keisers Geschmackes willen. Und plötzlich machte Klimt mit seiner Gruppe nicht mehr mit: Bringt der Protest Erfolg oder Arbeitslosigkeit? Ersteres traf gottlob ein. |
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Der Kuss von Klimt hängt seitdem in der Österreichischen Staatsgalerie. Und so auch Moroder: Hat er Erfolg oder hat er keinen Erfolg, er suchte das Wagnis. Eine große Ausstellung in Frankfurt am Main bestätigte ihn; sie löst nicht nur den sogenannten Aha-Effekt aus, sondern entfachte in der Fachwelt eine neue kritische Beobachtung. Moroders Gesamtwerk lehnt sich auch an den Jugendstil an. Schiele ist der zweite Künstler, der ihn bewegt: seine stets kräftiger werdenden Farben, die Aussicht auf ungeheure dekorative Entfaltung, eine Begeisterung, die verzaubert. Carl Moroder bevorzugt in der Plastik das Organische. Das Blockhafte wird der Dynamik überwunden. Form und Vitalität reichen sich in Freundschaft die Hand. Die quellende, von Rundungen, die nicht selten Kreis erahnen lassen, belebte Form ist das Gleichnis keimender, ringender Lebenskräfte, die in der Liebe ihre Synthese finden. Die Metapher weicht zu Gunsten der erkennbaren, oft leicht verklärten Harmonie zurück. Dennoch drücken die Plastiken Moroders Geborgenheit, aber vor allem auch Verborgenes aus. Transparenz und gegenseitige Beziehungen treten nicht selten in einem Geflecht con vibrierenden Schwingungen auf. Und zu guter letzt ist alles ein Gleichnis, das von der Weiblichkeit angezogen wird und in der Harmonie der Liebe ihre Vollendung findet. |
![]() "Wand Dekoration" |
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